Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe “direkt” auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Online-Dienst Telegram. Der Angriff stelle eine “schwere Eskalation” dar und erfordere “entschlossene Antworten”, erklärte Außenminister Andrij Sybiha.
Moskau habe den Angriff gestartet, während gerade “ein neuer Vorstoß für Frieden” laufe, betonte der Außenminister. Die russische Regierung demonstriere damit ihre “Ablehnung jeder Diplomatie”. Am Donnerstag hatte Selenskyj erklärt, US-Präsident Donald Trump wolle seine Unterhändler zu neuen Gesprächen nach Moskau und Kiew schicken. SBU-Chef Oleksandr Poklad habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in seinem Büro befunden, erfuhr AFP aus informierten Kreisen.
Selenskyj erklärte, er habe mit Poklad gesprochen und ihn beauftragt, “eine angemessene und spürbare Antwort” auf den russischen Angriff zu entwickeln. Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Witali Klitschko wurden bei dem Angriff im Stadtzentrum mindestens sieben Menschen verletzt. AFP-Reporter sahen mehrere Krankenwagen nahe dem Gebäude im Herzen der ukrainischen Hauptstadt. Ein von der Zeitung “Ukrainska Prawda” veröffentlichtes Foto zeigte schwarzen Rauch, der aus Fenstern des Geheimdienst-Sitzes quoll.
Der SBU spielt eine wichtige Rolle bei der ukrainischen Verteidigung gegen den seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg.
Fri, 04 Sep 2026 14:25:37 GMT
