Spaniens Regierungschef ruft bei Besuch in Waldbrandgebiet zu besserer Prävention auf

Angesichts eines der folgenschwersten Waldbrände in der jüngeren Geschichte Spaniens hat sich Regierungschef Pedro Sánchez bei einem Besuch im Katastrophengebiet für eine deutlich bessere Prävention ausgesprochen. “Wir dürfen nicht nur reagieren, wenn sich diese Feuer ereignen, wir müssen vorbeugen”, sagte der Ministerpräsident am Montag im Dorf Turre in der andalusischen Provinz Almería.

Durch den dortigen Waldbrand waren in den vergangenen Tagen 13 Menschen ums Leben gekommen und tausende Hektar Land niedergebrannt. Sánchez hob hervor, dass gefährliche Waldbrände als Folge des globalen Klimawandels “immer häufiger” aufträten. “Jeder einzelne von uns muss sich bewusst werden, dass sich das Klima gerade verändert, dass die Auswirkungen des Klima-Notstands sich immer mehr verschlimmern”, mahnte er. Zudem warnte der Ministerpräsident vor einem “komplizierten Sommer, der von uns erfordern wird, wachsam zu bleiben”.

Als Maßnahmen für eine bessere Prävention nannte Sánchez einen besseren Brandschutz der Kommunen und Notfall-Trainingskurse für junge Leute. Der Regierungschef war in Turre mit dem andalusischen Regionalpräsidenten Juan Manuel Moreno in der Einsatzzentrale zu Gast und sprach dort mit Feuerwehrleuten. Bereits Ende Mai hatte Sánchez “größte” Anstrengungen gegen Waldbrände angekündigt und von einer “weiter wachsenden Gefahr” gesprochen.

Regionalpräsident Moreno rief die Bevölkerung zur “Sensibilisierung” angesichts der Brandgefahr und zum “Selbstschutz” auf. Alle, die Rauch bemerkten oder Anzeichen für das “Verhalten eines Pyromanen” beobachteten, sollten die Behörden verständigen. Zugleich betonte auch Moreno, dass die Erderwärmung die Brandbekämpfung erschwere. “Hier hat der Klimawandel eine große Wirkung, und wir befinden uns in einem Zustand des Klima-Chaos mit Situationen, die praktisch beispiellos sind, außergewöhnlich und zunehmend explosiv”, sagte der andalusische Regierungschef.

Das tödliche Feuer war am Donnerstagnachmittag im unweit von Turre gelegenen Los Gallardos ausgebrochen, ausgelöst wurde es offenbar von einem herabgestürzten Stromkabel. Etwa 1500 Menschen mussten das Gebiet im Süden des Landes zwischenzeitlich verlassen. Unter den mittlerweile 13 Todesopfern sind nach Angaben der Behörden möglicherweise viele Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

In der Gegend unweit der Mittelmeerküste leben zahlreiche Ausländer, insbesondere Briten. Bis Sonntagabend wurden zehn Vermisstenanzeigen gestellt. Bei der Identifizierung der Opfer wurde Spanien von den britischen, belgischen und französischen Behörden unterstützt. Das Feuer hatte sich zwischenzeitlich in einem hohen Tempo von hundert Metern pro Minute ausgebreitet, etwa 7000 Hektar Vegetation brannten seit Donnerstag nieder.

Am Sonntag gelang es der Feuerwehr auch dank abflauenden Winds und höherer Luftfeuchtigkeit, die Lage zu stabilisieren. Am Montag kämpften Einsatzkräfte in der Sommerhitze weiter gegen die Flammen. Spanien ist besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Im vergangenen Jahr zerstörten Waldbrände in dem Land nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems fast 400.000 Hektar Vegetation, acht Menschen kamen ums Leben.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Sánchez wegen der jüngsten Brandkatastrophe in Andalusien am Samstag seine Anteilnahme ausgesprochen. Der linksgerichtete spanische Regierungschef steht derzeit auch wegen Korruptionsvorwürfen gegen sein Umfeld stark unter Druck.

Mon, 13 Jul 2026 13:09:38 GMT

Categories
Recent Posts