Substanz in Einkaufszentrum in Tokio versprüht: 20 Verletzte

In Tokio hat ein Mann eine Substanz in einem Einkaufszentrum versprüht und damit etwa 20 Menschen verletzt. Wie die Polizei mitteilte, verteilte er die Substanz am Montag auf einem Geldautomaten im Erdgeschoss des Gebäudes im Zentrum der japanischen Hauptstadt. Einem Bericht des Senders NHK zufolge soll das Spray den reizenden Stoff Capsaicin enthalten haben, der auch Bestandteil von Pfeffersprays ist.

Die Feuerwehr berichtete, sie sei wegen des “Geruchs” der Substanz alarmiert worden. Demnach wurden 19 Menschen ins Krankenhaus gebracht. Zur Art des Stoffes zitierte der öffentlich-rechtliche Sender NHK eine ungenannte Quelle, derzufolge das Spray Capsaicin enthalten habe. Capsaicin kommt in Chilischoten vor und ist auch Bestandteil von Pfeffersprays. Nach dem Vorfall wurde die Straße vor dem Einkaufszentrum im noblen Einkaufs- und Vergnügungsviertel Ginza gesperrt, vor dem Gebäude standen Feuerwehrautos.

Wie ein AFP-Reporter vor Ort beobachtete, wurden zwei Menschen in Rettungswagen getragen. Einsatzkräfte in Schutzanzügen brachten zudem Menschen aus dem Gebäude, um sie in Spezialfahrzeugen zu untersuchen. NHK zufolge gab es offenbar nur Leichtverletzte. Eine 70-jährige Frau, die in dem Einkaufzentrum gewesen war, sagte dem Sender, ihr Hals habe angefangen zu “brennen und weh zu tun”, als sie sich dem Geldautomaten genähert habe.

In direkter Nähe habe sich ihr Hals dann “kratzig” und “fast wie betäubt” angefühlt. Nach Angaben der Feuerwehr nahm die Polizei am Einsatzort Ermittlungen auf. Gewalttaten sind in Japan relativ selten. Die Mordrate ist niedrig, das Waffenrecht ist sehr strikt. Dennoch gibt es vereinzelt Attacken mit Messern oder Schusswaffen. Im vergangenen Dezember waren bei einem Angriff mit einem Messer in einer japanischen Fabrik 14 Menschen verletzt worden, der Angreifer hatte dabei auch eine Flüssigkeit versprüht.

Mon, 25 May 2026 12:32:46 GMT

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