Die Behörden in Südkorea haben Strafanzeigen gegen Schüler angekündigt, die bei der nationalen Hochschulaufnahmeprüfung beim Betrügen mit sogenannten Smart Glasses erwischt werden. In solchen Fällen würden “künftig strafrechtliche Schritte gegen Schüler eingeleitet” werden, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Bildungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit.
Demnach sollen diese Schüler die Prüfung drei Jahre lang nicht wiederholen dürfen – bislang hatte die Sperre ein Jahr betragen. Südkoreas berüchtigt harte Hochschulaufnahmeprüfung, bekannt als “Suneung”, ist entscheidend für die Zulassung zu Spitzenuniversitäten. Die Prüfung gilt weithin als Tor zu wirtschaftlicher Sicherheit und sogar zu einer Eheschließung in dem asiatischen Land.
Die neuen Regeln werden nach Angaben des Ministeriumssprechers voraussichtlich nicht für die Hochschulaufnahmeprüfungen im nächsten Monat gelten. Bis zu der Prüfung im nächsten Jahr sollen sie jedoch in Kraft gesetzt worden sein. Smart Glasses werden von verschiedenen Herstellern in Kooperation mit Technologiekonzernen wie Meta oder Google angeboten. Sie sind unter anderem mit Kameras ausgestattet und können sich mit dem Internet verbinden.
Nutzern werden zudem Informationen über die Brillengläser angezeigt, die Geräte sollen etwa als Schnittstelle zu Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) dienen. Ihr Einsatz stößt auch auf erhebliche Datenschutzbedenken. Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat Berichten zufolge eine Gesichtserkennungs-Funktion entwickelt, mit der die Brillen ausgestattet werden können.
Fri, 30 Oct 2026 10:18:06 GMT
