Tödlicher Messerangriff in Polen – aus Deutschland eingereister Ukrainer festgenommen

Bei einem Messerangriff in einem Kloster im Südosten Polens sind ein Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Als Tatverdächtiger wurde kurz nach dem Angriff am Donnerstag in Jaroslaw ein 31-jähriger Ukrainer festgenommen, der aus Deutschland eingereist war, wie die Behörden mitteilten. Laut Staatsanwaltschaft war das Motiv zunächst unklar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den  “bösartigen” Angriff. Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 09.30 Uhr zu der Benediktinerinnenabtei in Jaroslaw gerufen worden.

Der Verdächtige soll dort vier Männer und eine Frau mit einem Messer angegriffen haben. Alle fünf Opfer wurden ins Krankenhaus gebracht, eines von ihnen starb später. Der gefasste 31-Jährige sei in der Nacht zum Donnerstag aus deutschem Staatsgebiet gekommen und auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Grenzübergang zur Ukraine gewesen, sagte Staatsanwältin Bozena Harasz-Woloszyn laut polnischen Medien.

Die Grenze zur Ukraine habe er jedoch nicht überquert. Stattdessen sei der Mann zu der Benediktinerinnenabtei gegangen. Dort habe er in der Küche ein Messer an sich genommen und sich anschließend in die Klosterkirche begeben. Jaroslaw liegt rund 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Nach Angaben der Staatsanwältin sollte untersucht werden, in welchem Zustand sich der Verdächtige befand und ob er unter Alkoholeinfluss stand.

Messerangriffe sind in Polen äußerst selten. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zur Identität des Todesopfers. Polnische Medien berichteten, bei dem Toten handle es sich um einen Priester. “Ich bin zur Messe gekommen”, sagte eine Augenzeugin dem Fernsehsender TVN. Ein Mann habe den Priester “an einer Halsarterie” getroffen. “Der Priester fiel zu Boden.” Die Nonne Barbara Dendor sagte dem Sender, die Geistlichen könnten kaum begreifen, was geschehen sei. “Das ist ein Ort, den ich für sicher hielt.”Der ukrainische Präsident Selenskyj bezeichnete den Messerangriff als ein “grauenhaftes Verbrechen”.

Der Täter müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk kündigte an, dass der “Mörder” mit der “vollen Härte des polnischen Gesetzes” bestraft werde. Polen hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hunderttausende Ukrainer aufgenommen. In den vergangenen Monaten kam es deswegen auch zu gesellschaftlichen Spannungen.

Zugleich ist Polen einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine und ein zentraler Umschlagsort für westliche militärische und humanitäre Hilfe für das Land. Die polnische Regierung hat Russland seit Beginn des Krieges wiederholt Sabotage vorgeworfen. In einigen Fällen sollen dafür Ausländer angeworben worden sein. Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Messerangriff in Jaroslaw und dem Ukraine-Krieg gab es jedoch in den Stunden nach dem Verbrechen nicht.

Thu, 24 Sep 2026 18:32:14 GMT

Categories
Recent Posts