Trump kündigt “sehr großes” Abkommen mit Moskau zu Ukraine und “ganz Europa” an

Nach einem Treffen mit einem Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump ein “sehr großes” Abkommen mit Russland angekündigt, das nicht nur die Ukraine, sondern “ganz Europa” betreffen werde. Die EU-Kommission und die Bundesregierung betonten dagegen, europäische und ukrainische Vertreter müssten an jeglichen Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine beteiligt werden.”Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große Übereinkunft geben”, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) nach einem unangekündigten Treffen mit Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus. “Es wird ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein.” Die Vereinbarung werde “mehr als die Ukraine” und möglicherweise “ganz Europa” betreffen, betonte der US-Präsident.

Details nannte er nicht. Eine Sprecherin der EU-Kommission betonte am Freitag, es sei “Sache der Europäischen Union, über Belange zu entscheiden, die ihre Sicherheit betreffen”. Voraussetzung für ein Ende des Krieges in der Ukraine sei, dass Russland die Bereitschaft zu einer Friedensvereinbarung zeige. “Der Weg dahin ist noch lang, weil wir von dieser Seite bisher nicht viel Bewegung gesehen haben”, sagte die Sprecherin.

Verhandlungen zu Europas Sicherheit und über einen Frieden in der Ukraine seien “ohne die europäische Beteiligung aus unserer Sicht nicht zielführend”, sagte auch Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe in der Nacht mit Trump telefoniert. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) betonte vor einem Treffen des Ostseerats in Warschau, Europa müsse “integraler Teil” der Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges sein.

Über die Zukunft der Ukraine dürfe “nicht ohne die Ukraine entschieden werden, und über die Sicherheit Europas nicht ohne Europa”. Es sei wichtig, dass Europa und die USA “gemeinsam und geschlossen gegenüber Russland auftreten”, betonte Wadephul. Trumps Gespräch mit dem Kreml-Berater Dmitrijew fand nach einem von seiner Frau Melania Trump veranstalteten Treffen mit Vertretern Moskaus und Kiews im Weißen Haus statt.

Mitglieder der ukrainischen Delegation empfing Trump dagegen nicht. Die US-First Lady hatte sich bei ihrem Treffen mit Dmitrijew und dem ukrainischen Unterhändler David Arachamia für eine “dauerhafte” Waffenruhe in der Ukraine ausgesprochen. Als Vorbild könne die sechstägige Feuerpause in der Stadt Oleschky in der vergangenen Woche dienen. “Gemeinsam können wir etwas schaffen, das dauerhafter ist als eine vorübergehende Waffenruhe”, sagte die Frau des US-Präsidenten.

Sie übergab Dmitrijew und Arachamia nach eigenen Worten Schreiben an Putin und den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Die First Lady hatte die begrenzte Waffenruhe in der russisch besetzten ukrainischen Stadt Oleschky vermittelt, um einen humanitären Einsatz zu ermöglichen. Die am Sonntag zuende gegangene sechstägige Feuerpause war die längste in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche kommen Unterhändler Russlands, der Ukraine und der USA in Abu Dhabi zu Dreiergesprächen über ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges zusammen. Es ist das erste derartige Treffen seit Februar. Die Europäer sitzen bei den Dreiergesprächen nicht mit am Tisch und befürchten, Trump könnte über ihre Köpfe hinweg entscheiden. Kritiker werfen dem US-Präsidenten mit Blick auf den Ukraine-Krieg immer wieder eine Russland-freundliche Haltung vor.

Erst im vergangenen Monat hatte Trump vom US-Kongress beschlossene Sanktionen gegen Russland per Dekret auf Eis gelegt und russische Diesel-Lieferungen in die USA angekündigt.

Fri, 06 Nov 2026 13:15:02 GMT

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