“Wirtschaftskrieg”: USA wollen Sanktionen gegen Irans Handelspartner verschärfen
Die USA haben verschärfte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und seine Handelspartner verkündet. US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Montag in Washington, die Regierung von Präsident Donald Trump werde neue Strafmaßnahmen gegen alle Länder verhängen, die weiterhin mit Teheran Geschäfte machten. Einen Termin nannte er allerdings nicht. Der Iran reagierte gelassen auf die Drohungen und prophezeite den USA eine “neue Niederlage”.
Zu den größten Handelspartnern des Iran gehörten bisher China, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei. Die Emirate hatten allerdings bereits vergangene Woche angekündigt, ihren Handel sowie alle Finanztransaktionen mit dem Iran bis auf Weiteres einzustellen. Von den sogenannten Sekundärsanktionen sind nach den Worten des US-Finanzministers fünf Handelssektoren betroffen. Dabei handelt es sich um digitale Dienstleistungen, Technologie, Gold sowie die Luft- und Schifffahrt.
Für den Handel mit Öl hatten die USA bereits Strafmaßnahmen gegen den Iran und seine Handelspartner verhängt. Bessent zufolge soll unter den neuen Maßnahmen jede Einrichtung, “die Geldwäsche im Auftrag Irans ermöglicht, aus dem US-Dollarsystem entfernt” werden. Die USA wollten damit weltweit “jede wirtschaftliche Rettungsleine kappen, die dieses tyrannische Regime am Leben erhält, bis Teheran völlig isoliert ist”, fügte der US-Finanzminister hinzu. Auf die Frage, ob auch chinesische Banken damit ins Visier geraten könnten, sagte Bessent: “Niemand steht außerhalb der Reichweite von US-Sanktionen.” China hatte die USA vergangene Woche vor den neuen Maßnahmen gewarnt. “Sanktionen und Druck werden nicht dazu beitragen, das Problem zu lösen”, erklärte das chinesische Außenministerium.
Der iranische Wirtschaftsminister Ali Madanisadeh reagierte dagegen unbeeindruckt auf die Ankündigungen. Er sagte im Staatsfernsehen, Teheran sei auf die neuen Strafmaßnahmen vorbereitet. Auf dem Tisch liege ein “Zweijahresplan”, um den Sanktionen zu begegnen. Trump hatte dem Iran einen “Wirtschaftskrieg” angedroht, der das Land zum “Zusammenbruch” bringen werde.
Bessent sprach seinerseits von einem “wirtschaftlichen D-Day” und spielte damit auf die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 an. Auf die Journalisten-Frage, warum die USA anders als beim D-Day nicht sofort handelten, reagierte Bessent schmallippig. Es handele sich zunächst um einen “Warnschuss” gegen die Handelspartner des Iran, sagte er. Die Länder hätten noch die Möglichkeit, ihre Geschäfte mit Teheran zu beenden, bevor die Sanktionen griffen.
Trump sei mit mehreren Staats- und Regierungschefs telefonisch im Gespräch. Welche Frist der US-Präsident den Ländern einräumt, blieb offen. Ziel der USA ist es, angesichts der stockenden Friedensverhandlungen mit dem Iran den Druck auf das Land zu erhöhen. Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit einer Blockade der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr und Angriffen auf US-Verbündete in der Region. Eine Lösung in dem fast sechsmonatigen Konflikt zeichnet sich bisher nicht ab.
In der Europäischen Union ist Deutschland der größte Handelspartner des Iran. Deutsche Unternehmen hatten ihre Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran wegen der US-Sanktionen aber bereits deutlich reduziert. Die Bundesrepublik exportiert vor allem Maschinen und Medikamente in den Iran. Eingeführt werden unter anderem Pistazien und Textilien.
Mon, 24 Aug 2026 20:13:10 GMT
