Zahnarzt in Frankreich soll aus Geldgier gesunde Zähne gezogen haben
Ein in Südfrankreich praktizierender Zahnarzt soll aus Geldgier dutzenden Patienten gesunde Zähne gezogen haben. Der gebürtige Portugiese wies zu Prozessbeginn am Mittwoch in Mendes die Vorwürfe zurück. Er sei Opfer seiner Assistentin gewesen, erklärte er. Der Zahnarzt steht im Verdacht, die Krankenkasse durch unnötige oder falsch abgerechnete Eingriffe um 330.000 Euro betrogen zu haben.
Die Ermittler identifizierten 44 Opfer, die tatsächliche Zahl könnte noch höher sein. Die Krankenkasse spricht von gut 1200 Unregelmäßigkeiten in 131 Fällen. “Er hat einer Patientin, die nur einen Abszess hatte, insgesamt 16 gesunde Zähne gezogen und schlecht sitzende Implantate eingesetzt”, heißt es in einem Expertenbericht. “Er hat alles getan, um Geld für sein Haus in Mosambik zu bekommen”, sagte eine Putzfrau aus, die er zeitweise als Sekretärin und als Assistentin eingesetzt hatte. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu zehn Jahre Haft.
Er hatte etwa zwei Jahrzehnte in Portugal und in Mosambik als Zahnarzt gearbeitet und sich 2018 im südfranzösischen Ort Badaroux niedergelassen. Im Oktober 2023 hatte ein französisches Gericht zwei Zahnärzte aus Marseille zu fünf und acht Jahren Haft verurteilt, die etwa 400 Patienten aus einkommensschwachen Vierteln gesunde Zähne gezogen hatten oder ihnen unnötige Behandlungen aufgedrängt hatten.
Wed, 06 May 2026 13:10:08 GMT
