Probleme im China-Geschäft: Absatz von Mercedes im zweiten Quartal gesunken
Der Autobauer Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal deutlich weniger Autos verkauft, sieht sich insgesamt aber auf einem guten Weg. Vor allem das China-Geschäft brach weiter ein – um 30 Prozent, wie aus am Dienstag veröffentlichten Geschäftszahlen des Stuttgarter Konzerns hervorgeht. In Europa und den USA verkaufte er aber mehr, zudem stieg insbesondere der E-Auto-Anteil stärker als erwartet.”Wir haben unsere Effizienz bereits deutlich gesteigert und das ist auch in den Q2-Ergebnissen spürbar”, sagte Konzernchef Ola Källenius. “Doch wir müssen weiter mit Hochdruck die Kosten senken, um unsere starken Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können.”Der Absatz im Autosegment von Mercedes-Benz ging den Angaben nach um knapp sieben Prozent auf 417.865 Fahrzeuge zurück.
Der operative Gewinn im Autobereich sank um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro. Besonders ins Gewicht fiel hier eine Sonderabschreibung in China in Höhe von 704 Millionen Euro. “Der chinesische Markt und die Kundinnen und Kunden in China haben für Mercedes-Benz unverändert eine hohe strategische Bedeutung”, versicherte das Unternehmen. In Deutschland wolle Mercedes nun vor allem wettbewerbsfähiger werden – also Kosten einsparen.
Das Ziel dabei sei es nicht, “Deutschland zu Osteuropa zu machen, das wäre nicht realistisch”, sagte Källenius. Aber im Vergleich zum Status quo müsse die Wettbewerbsfähigkeit steigen. “Wenn wir dieses tun, dann wird die industrielle Aktivität in Deutschland grundsätzlich attraktiver.”Die Prognose für das Gesamtjahr passte Mercedes-Benz nach unten an und erwartet nun einen Gesamtabsatz leicht unter Vorjahresniveau.
Auch für den Konzernumsatz wird nun mit einem schlechteren Wert als im Vorjahr gerechnet. Im zweiten Quartal belief sich der Konzernumsatz auf rund 32 Milliarden Euro, knapp 23 Milliarden davon im Autosegment. Zugleich erhöhte das Unternehmen die Erwartung an den Anteil von E-Autos am Gesamtabsatz von 23 auf 25 Prozent. Im zweiten Quartal verkaufte Mercedes den Angaben nach 52.852 E-Autos – 51 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Getrieben wurde dies vor allem durch ein Absatzplus um 87 Prozent auf dem europäischen Markt. Auch im Bereich Transporter liefen die Geschäfte gut. Der Absatz erhöhte sich im Jahresvergleich leicht auf rund 94.000 Fahrzeuge, der Umsatz stieg um gut fünf und der operative Gewinn um knapp drei Prozent. Für ein insgesamt solides Konzernergebnis im zweiten Quartal sorgte außerdem der Finanzbereich mit einem satten Plus beim operativen Gewinn um 70 Prozent.
Tue, 28 Jul 2026 10:23:49 GMT
