Steinmeier-Nachfolge: Merz legt sich auf Frau als nächstes Staatsoberhaupt fest

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich auf eine Frau als nächstes Staatsoberhaupt festgelegt. “Ich werde der Partei eine gemeinsame Kandidatin vorschlagen, eine Kandidatin der politischen Mitte”, sagte Merz nach Angaben aus CDU-Kreisen in der nicht-öffentlichen Kreisvorsitzendenkonferenz am Montag in Berlin. “Ich bin festgelegt, in der Frage, dass es eine Frau werden muss”, betonte er demnach.

Merz’ Koalitionspartner SPD begrüßte die Festlegung des Bundeskanzlers. Auch früher schon hatte der Kanzler Sympathien für die erstmalige Wahl einer Frau ins Bundespräsidentenamt bekundet, eine solch klare Festlegung aber vermieden. Namen nannte Merz den Angaben zufolge in der Sitzung nicht. Es wurde damit gerechnet, dass er die Kandidatin spätestens bei der CDU-Präsidiumssitzung am kommenden Montag präsentiert.

Aus der CDU werden Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien, Ex-Parteichefin und -Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und die hessische Fraktionsvorsitzende Ines Claus als mögliche Kandidatinnen genannt. Die Schwesterpartei CSU hat bereits die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen.

Aigner genießt Unterstützung auch bei CDU, SPD und Grünen. Die CDU-Spitze hatte aber bereits klar gemacht, dass sie den Anspruch hat, eine eigene Kandidatin aufzustellen. Die CDU ist die größte Partei in der Bundesversammlung, die am 30. Januar 2027 das nächste Staatsoberhaupt nach dem aktuellen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier wählen soll. CDU, SPD und CSU verfügen in dem Gremium über eine gemeinsame Mehrheit.

Die SPD begrüßte die Festlegung von Merz darauf, dass das nächste Staatsoberhaupt eine Frau werden soll. Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sagte der “Rheinischen Post”, er sei “gespannt” auf den Vorschlag von Merz. Wiese fuhr fort, er werbe seit Monaten dafür, “dass eine Frau das erste Amt im Staat übernimmt”. Dies sei “überfällig”. Es freue ihn daher, “dass Friedrich Merz diese Notwendigkeit nun auch anerkennt”.

Mon, 02 Nov 2026 20:04:11 GMT