Vor der Übernahme durch Unicredit: Commerzbank mit Rekordgewinn
Vor der Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit hat die Commerzbank einen Rekordgewinn gemacht: Im dritten Quartal von Juli bis September standen 859 Millionen Euro unter dem Strich, 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Das Neunmonatsergebnis sei mit 2,7 Milliarden Euro “das beste der Konzerngeschichte”. Die Erträge stiegen im dritten Quartal um neun Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, in den neun Monaten seit Jahresbeginn um acht Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, wie die Commerzbank weiter mitteilte.
Ihre Ziele für das Gesamtjahr bestätigte die Bank, sie strebt einen Umsatz von rund 13,2 Milliarden Euro an. Bank-Chefin Bettina Orlopp erklärte, die starke Geschäftsentwicklung belege, welches Potenzial in der Commerzbank stecke. Orlopp hatte sich lange gegen die Übernahme durch die Unicredit gewehrt, ihr Konzept bestand darin, die Bank für die Aktionäre wertvoller zu machen. Dafür strich sie auch Stellen.
Der Personalabbau sei planmäßig vorangeschritten, teilte die Commerzbank nun am Donnerstag mit. 1800 Beschäftigte hätten “Vereinbarungen für einen geordneten Übergang getroffen”, zudem habe sich die Bank mit den Arbeitnehmervertretenden auf ein neues freiwilliges Altersteilzeitprogramm geeinigt, das bereits 1100 Beschäftigte angenommen hätten. Ende September lag die Zahl der Beschäftigten bei 40.400, davon rund 25.000 in Deutschland.
Die Unicredit hatte Mitte Oktober von der Europäischen Zentralbank grünes Licht für die Commerzbank-Übernahme bekommen. Der Abschluss hängt noch von letzten behördlichen Genehmigungen ab, die bis Anfang 2027 erwartet werden. Die Unicredit könnte die Commerzbank im Fall einer Übernahme mit ihrer deutschen Tochter Hypovereinsbank zusammenlegen, die sie 2005 erworben hatte. Die italienische Großbank strebt eine Verkleinerung des internationalen Netzes der Commerzbank an.
Thu, 05 Nov 2026 09:34:18 GMT
