Zahlreiche Unfälle und Verkehrsbehinderungen durch Eisregen und Schnee
Zum Wochenstart haben Schnee und überfrierender Regen bundesweit zu zahlreichen Unfällen und massiven Verkehrsproblemen geführt. Vereinzelt wurden dabei Menschen schwer verletzt, wie es von den Behörden hieß. In einigen Städten gab es am Montagmorgen starke Einschränkungen im Nahverkehr, bei der Deutschen Bahn kam es zu Verspätungen und Ausfällen. In einigen bayerischen und niedersächsischen Landkreisen blieben aufgrund der angespannten Wetterlage die Schulen geschlossen.
Betroffen waren seit Sonntagabend praktisch alle Bundesländer. Allein im bayerischen Unterfranken zählte die Polizei bis Montagmorgen rund 200 witterungsbedingte Einsätze, darunter 90 Unfälle. Im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn in Baden-Württemberg ereigneten sich etwa 140 witterungsbedingte Unfälle. Die Autobahn 8 zwischen Stuttgart und München musste am Sonntagabend für mehrere Stunden voll gesperrt werden, weil mehrere Pkws und Lastwagen an Steigungen feststeckten.
In Thüringen gab es ebenfalls zahlreiche Unfälle, davon laut Polizei allein 41 auf Autobahnen. Dabei wurden insgesamt sieben Menschen verletzt. In Zuständigkeitsbereich der Polizei im hessischen Gießen waren es 75 Glätteunfälle. Teilweise dutzende Vorfälle meldeten die Polizeien auch aus anderen Bundesländern, darunter Niedersachsen. In den meisten Fällen blieb es bei zwar Blechschäden oder leichteren Verletzungen, es waren aber auch folgenschwerere Unfälle darunter.
In der Nähe von Paderborn in Nordrhein-Westfalen geriet ein 39-jähriger Autofahrer in den Gegenverkehr und kollidierte nach Polizeiangaben frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der 39-Jährige und sein 17-jähriger Beifahrer wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der ältere der beiden schwebte demnach in LebensgefahrAuf der A3 bei Velburg in der bayerischen Oberpfalz kollidierten ein Lkw und ein Auto – beide Fahrer wurden schwer verletzt.
Bei Göttingen in Niedersachsen wurde ein 61-Jähriger schwer verletzt, als ein Auto bei Glätte von der Straße abkam und eine Böschung hinunterrutschte. Im nordhessischen Kassel war auch ein Polizeiwagen in einen Unfall verwickelt. Das Fahrzeug rutschte auf dem Weg zu einem Einsatz in ein parkendes Auto. Im hessischen Offenbach rammte ein Linienbus einen Unterstand an einer Haltestelle, verletzt wurde dabei aber niemand. In Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich laut Polizeipräsidium Rostock zahlreiche Unfälle auf den Autobahnen 14,20 und 24.
In Sachsen musste ein Auto mit einem Kran geborgen werden, nachdem es beim Wechsel von der A14 auf die A9 von der Straße abgekommen war. In Brandenburg kippte auf der A10 bei Wandlitz ein Kleintransporter um, der Fahrer musste ins Krankenhaus gebracht werden. Auf der A13 geriet eine 29-Jährige mit ihrem Auto ins Schleudern und prallte gegen Leitplanken und einen Lkw. Auch sie kam in ein Krankenhaus.
In Berlin waren die Straßen am Montag teilweise spiegelglatt – laut Stadtreinigung auch deshalb, weil Regen in der Nacht das Tausalz teilweise von den Fahrbahnen spülte. In Berlin und Brandenburg waren vorübergehend die Parks und Schlösser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten geschlossen, in Berlin auch die Recyclinghöfe. In etlichen Städten war der Nahverkehr stark eingeschränkt.
So fielen am Montag in Berlin wegen gefrorener Oberleitungen und Gleise die Straßenbahnen aus. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe mussten die Fahrer teils Stunden bei ihren stillgelegten Trams ausharren. In der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurde der Busverkehr am Morgen eingestellt, auch in Bayern stand der öffentlichen Nahverkehr am Montagmorgen teilweise still, darunter in Würzburg und Nürnberg. Bei der Deutschen Bahn kam es ebenfalls zu Verspätungen und Zugausfällen.
Betroffen waren Regionalzüge, aber auch der Fernverkehr – etwa die Strecken von Berlin an die Ostsee oder zwischen Hamburg und Hannover. Auch in den Großräumen Stuttgart und Ulm sowie rund um Frankfurt am Main kam es laut Bahn zu Verspätungen und Zugausfällen. Ursache für Schnee und gefrierenden Sprühregen ist Tief “Leonie”. Es zog nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts über Deutschland und sollte bis Dienstag Polen erreichen.
Der örtlich kräftige Schneefall sollte demnach in der Nacht zu Dienstag allmählich wieder nachlassen.
