Pilotenstreik bei der Lufthansa: Viele Maschinen bleiben am Boden

Der Flugbetrieb der Lufthansa ist wegen eines Pilotenstreiks stark beeinträchtigt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, sprach von mehr als 700 gestrichenen Flügen am Montag. Ein Lufthansa-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, es könne rund jeder dritte Kurzstreckenflug und jeder zweite Langstreckenflug am Montag und Dienstag planmäßig stattfinden.

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, wo der Streik nur einen Tag dauern soll, liegt die Quote demnach bei rund 60 Prozent. “Wir beobachten das Geschehen sehr genau und tracken, welche Flugzeuge am Boden bleiben”, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro. “Bis jetzt läuft der Streik wie erwartet.”Die Gewerkschaft hatte am späten Samstagnachmittag zu 48-stündigen Arbeitsniederlegungen bei der Kernmarke Lufthansa, ihrer Frachttochter Cargo sowie der Cityline aufgerufen.

Bei Eurowings wird demnach 24 Stunden lang gestreikt. Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa. Nach Angaben des Konzernsprechers können über alle Airlines gesehen an den beiden Streiktagen rund 75 Prozent aller Flüge stattfinden. Die VC hatte angekündigt, wegen der “aktuellen Situation im Nahen Osten” Flüge aus Deutschland in mehrere Länder vom Streik auszunehmen – nämlich nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.”Lufthansa arbeitet mit Hochdruck daran, die Auswirkungen für unsere Fluggäste so gering wie möglich zu halten”, erklärte der Konzern. “Wir versuchen, so viele Flüge wie möglich von anderen Airlines der Lufthansa Group und Partner-Airlines durchführen zu lassen.” Zur Lufthansa gehören ein Reihe weiterer Airlines wie Swiss, Brussels, Austrian und Ita Airways.

Der Konzern kritisierte den Streikaufruf deutlich. Die Kernforderung der Gewerkschaft “nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge ist absurd und unerfüllbar”, erklärte das Unternehmen. Die VC hingegen gab an, der Lufthansa “immer wieder genug Zeit gegeben” zu haben, “ein ernsthaftes Angebot vorzulegen”. “Ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden soll, ist für uns jedoch nicht tragfähig”, erklärte Pinheiro. “So ein Angebot würden Vorstände sicher auch kritisch sehen, wenn es um ihre eigenen Boni” ginge. Der VC-Präsident gab auch an, die “Belastungen” für Passagiere und Bodenpersonal durch den Streik zu bedauern.

Der zweite Streiktag lasse sich vermeiden – jedoch liege die Entscheidung darüber bei der Arbeitgeberseite. Passagiere forderte die Lufthansa auf, sich über ihren Flugstatus zu informieren. Erst am Freitag waren wegen eine Streiks des Kabinenpersonals viele Lufthansa-Flüge ausgefallen. Dazu hatte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) aufgerufen.

Mon, 13 Apr 2026 14:08:08 GMT