Opfergaben-Diebstahl in umstrittenem Hindu-Tempel: Acht Festnahmen in Indien
Weil sie Opfergaben und Spendengelder in einem wichtigen Hindu-Tempel veruntreut haben sollen, sind in Indien acht Verdächtige festgenommen worden, darunter Tempel-Mitarbeiter. Wie die Regierung im Bundesstaat Uttar Pradesh mitteilte, wurde am Donnerstag ein Strafverfahren wegen Vorwürfen der Unregelmäßigkeiten beim Umgang mit Spenden im Tempel Ram Mandir eingeleitet. Den Festgenommenen wird demnach Veruntreuung, Diebstahl, kriminelle Verschwörung und Korruption zur Last gelegt.
Medienberichten zufolge waren die meisten der Festgenommenen an der Zählung oder der Verwaltung von Bargeld und Wertgegenständen beteiligt, die von Gläubigen gespendet worden waren – darunter auch Gold und Silber. Medien und Oppositionsparteien bezifferten den Schaden auf umgerechnet rund 18 Millionen Euro. Der Tempel ist hochumstritten. Der Bau zu Ehren der Gottheit Ram wurde 2024 von Indiens nationalistischem Premierminister Narendra Modi eingeweiht.
Er wurde an der Stelle errichtet, an der hinduistische Fanatiker 1992 eine jahrhundertealte Moschee zerstört hatten. Allein der Tempelbau kostete geschätzt 240 Millionen Dollar und wurde ausschließlich aus privaten Spenden finanziert. Umso größer ist nun die Empörung vieler Spender über den Vorfall. Es sei “beschämend, dass ein Heiligtum von solch überragender Bedeutung aus den falschen Gründen in die Schlagzeilen gerät”, sagte die Hausfrau Viti Saxena.
Sie frage sich nun, ob das von ihr damals gespendete Geld tatsächlich in die Tempelkasse geflossen sei. Hindus verehren den Ort, an dem der Tempel gebaut wurde, als Geburtsort des Gottes Ram, der dort vor rund 7000 Jahren zur Welt gekommen sein soll. Sie glauben, dass die Moschee im 16. Jahrhundert an der Stelle eines Hindu-Tempels für Ram erbaut wurde. Die historische Moschee wurde im Jahr 1992 von radikalen Hindus gestürmt und zerstört.
Der Angriff löste damals schwere Zusammenstöße zwischen Hindus und Muslimen aus, bei denen mehr als 2000 Menschen getötet wurden, die meisten davon Muslime.
Fri, 26 Jun 2026 12:30:03 GMT
