Kehrtwende: Trump verzichtet auf Gebühr für Schiffsfracht in Straße von Hormus
Überraschende Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg: Einen Tag nach Verkündung einer 20-prozentigen US-Gebühr für Schiffsfracht in der Straße von Hormus hat Trump den Plan am Dienstag wieder fallengelassen. Trump erklärte in seinem Onlinedienst Truth Social, er wolle die Einnahmen stattdessen mit “massiven” Handelsabkommen mit den Golfstaaten erzielen. Die Angriffe in der Region gingen unterdessen weiter.
In Kuwait waren am Abend Explosionen zu hören. Zur Begründung für sein Umdenken verwies Trump auf “äußerst produktive Gespräche mit Führungspersönlichkeiten” in der Region, die ihn gebeten hätten, auf die Maut zu verzichten und ihm stattdessen Vorschläge für Handels- und Investitionsabkommen gemacht hätten. “Ich hatte den Vorschlag gestern unterbreitet und hielt ihn für gut.
Doch dann wurde ich von verschiedenen Leuten und aus verschiedenen Ländern angerufen – von Königen, Emiren und all jenen Persönlichkeiten, die uns gut bekannt sind und die wir schätzen“, sagte Trump vor Reportern im Oval Office. “Sie sagten: ‘Wir würden das lieber anders regeln’.”Gleichzeitig sprach sich Trump grundsätzlich gegen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus aus – wie sie der Iran in den Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung immer wieder zu seinen Gunsten gefordert hatte. “Niemand sollte für die Durchfahrt Gebühren verlangen”, erklärte Trump.
Es sei aber “unfair, dass wir nicht irgendwie entschädigt werden”. Nach der Ankündigung der neuen Trump-Gebühr am Montag waren die Ölpreise zwischenzeitlich in die Höhe geschossen. Die Treibstoffpreise sind in den USA ein zentrales Thema vor den Kongresswahlen Anfang November. An der erneuten Seeblockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus will Trump dagegen festhalten. Sie werde “vollständig” umgesetzt, schrieb er.
Die Meerenge sei “offen für den gesamten Schiffsverkehr mit Ausnahme des Irans”, ergänzte Trump. Die Seeblockade sollte nach Armeeangaben am Dienstag um 22.00 Uhr MESZ beginnen. Unterdessen gingen die Angriffe in der Region weiter. So berichtete das iranische Staatsfernsehen am Abend von einer Attacke auf die iranische Insel Keschm nahe der Straße von Hormus. Das Eiland sei von “Geschossen des amerikanischen Feindes getroffen” worden.
Zuvor hatte die US-Armee unter anderem den Hafen der iranischen Stadt Buschehr angegriffen. In Kuwait wurde am Abend Luftalarm ausgelöst. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von mehreren Explosionen in der Hauptstadt Kuwait-Stadt. Die kuwaitische Armee erklärte, sie sei dabei, “feindliche” Geschosse abzuschießen. Auch das jordanische und das bahrainische Militär erklärten, Raketen abgefangen zu haben.
Die UNO verurteilte die neuen Angriffe am Dienstag. Die Kampfhandlungen seien “ein enormer Rückschlag für die Zivilbevölkerung in der Region und darüber hinaus”, erklärte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk. Er warnte vor den “Auswirkungen auf die Menschenrechte weit über die Region hinaus”, falls der Schiffsverkehr erneut komplett zum Erliegen komme. Die Meerenge sei “eine lebenswichtige Versorgungsader, von der Millionen Menschen abhängen”.
Seit Anfang April galt im Iran-Krieg eine brüchige Waffenruhe. In jüngster Zeit kam es wegen des Streits um die Straße von Hormus immer wieder zu Angriffen. Trump erklärte die Waffenruhe in der vergangenen Woche für beendet. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der jüngsten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an.
Tue, 14 Jul 2026 18:35:35 GMT
