Digitalminister Wildberger: Zu langsame KI-Enwicklung ist größtes Risiko

Für Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) wiegt das Risiko für Deutschland, beim Thema KI den Anschluss zu verpassen, schwerer als die Risiken der Technologie selbst. “Ich nehme die Risiken der KI ernst, bin mir aber sicher: Wenn wir nicht ehrgeizig genug sind, zu langsam vorgehen und keine Entscheidungen treffen, werden wir mit noch größeren Risiken konfrontiert sein, noch abhängiger werden und Wachstumschancen verpassen”, sagte Wildberger am Montag beim diesjährigen Digitalgipfel in Berlin.

Der Minister hob die Gefahren durch Missbrauch von KI hervor: Die im Oktober publik gewordene Sicherheitslücke in der Programmiersprache für Websites PHP habe dies eindrücklich gezeigt. Die Lücke war von Forschern mittels KI gefunden worden, KI ermöglichte dann allerdings auch Angreifern, sie im großen Stil auszunutzen. Als weiteres großes Problem nannte Wildberger den potenziellen Kontrollverlust über KI-Agenten.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Fälle gegeben, in denen neue KI-Modelle sich bei Tests verselbstständigt und etwa entgegen ausdrücklicher Anweisung Unternehmen und Organisationen gehackt hatten. Das Verhalten von KI müsse “innerhalb klarer Grenzen bleiben”, forderte der Digitalminister. “Wir brauchen zuverlässige Methoden, um sie zu überwachen, zu korrigieren und gegebenenfalls zu stoppen.”Doch das größte Risiko sei es, nicht mit am Tisch zu sitzen. “Wir sind immer noch zu langsam”, sagte Wildberger. “Wir unterschätzen, was auf uns zukommt.

Wir müssen handeln, solange wir noch die Macht haben, zu entscheiden.” Deutschland und Europa bräuchten eigene erfolgreiche KI-Unternehmen und eigene Technologien. Als wichtigsten außereuropäischen Partner nannte der Digitalminister Kanada.

Mon, 02 Nov 2026 10:15:15 GMT