Tödlicher Unfall in Klärwerk in Bayern: Arbeiter treibt leblos in Becken

In Bayern ist ein Arbeiter in einem Klärwerk ums Leben gekommen. Der 56-Jährige wurde am Mittwoch von einer Kollegin leblos in einem Klärbecken der Anlage in Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen treibend entdeckt, wie die Polizei in Straubing am Freitag mitteilte. Er wurde von Einsatzkräften der Feuerwehr geborgen, ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen zu den Geschehen auf, auch die Berufsgenossenschaft war eingebunden. Nach derzeitigem Sachstand gebe es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder eine Gewalttat, hieß es.

Zahl der Erwerbstätigen trotz schwacher Konjunktur 2025 fast unverändert

Trotz der schwachen Konjunktur in Deutschland ist die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr nahezu unverändert geblieben – Jobverluste in der Industrie und im Baugewerbe wurden durch Beschäftigungsgewinne in verschiedenen Dienstleistungsbereichen ausgeglichen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Laut einer ersten Schätzung waren im Jahresdurchschnitt rund 46 Millionen Menschen erwerbstätig, das waren nur 5000 weniger als 2024. In dem Jahr hatte es so viele Erwerbstätige wie noch nie seit der Wiedervereinigung 1990 gegeben.Die Entwicklung 2025 war gegenläufig: Im Produzierenden Gewerbe sank die Zahl der Beschäftigten kräftig um 143.000 auf 7,9 Millionen, wie das Statistikamt berechnete. Im Baugewerbe ging die Zahl der Erwerbstätigen um 23.000 auf 2,6 Millionen zurück. Auch in der Land- und Forstwirtschaft sank die Zahl der Erwerbstätigen, dieser Trend hält schon seit Jahren an. Im öffentlichen Dienst sowie in den Bereichen Erziehung und Gesundheit dagegen gab es einen Zuwachs um 205.000 Beschäftigte – der Gesundheitsbereich hatte laut Statistikamt den größten Anteil daran. Auch im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen wuchs die Zahl der Erwerbstätigen. Konjunkturempfindliche Unternehmensdienstleister dagegen bauten Personal ab – im Bereich Zeitarbeit etwa waren es 64.000 Beschäftigte weniger als 2024, im Bereich Information und Kommunikation 10.000 weniger. In den Bereichen Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Zahl der Erwerbstätigen dagegen nur leicht um 0,1 Prozent. In Deutschland arbeiten 75,9 Prozent aller Erwerbstätigen in den Dienstleistungsbereichen. Neben der Konjunktur hat auch der demografische Wandel Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung, wie die Statistiker betonten. Für die aus dem Erwerbsleben ausscheidenden geburtenstarken Jahrgänge rücken immer weniger junge Erwerbstätige nach. “Stützend” für den Arbeitsmarkt waren auch 2025 die Nettozuwanderung ausländischer Arbeitskräfte sowie die höhere Erwerbsquote von älteren Menschen und Frauen. 

Arbeitgeber wollen Lohnfortzahlung für Kranke einschränken

Angesichts der hohen Krankenstände hat der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, eine grundlegende Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gefordert. Zudem sprach er sich gegenüber der “Welt” für ein Ende der telefonischen Krankschreibung aus. “Internationale Erfahrungen zeigen: Je großzügiger die Lohnfortzahlung, desto höher die Fehlzeiten, vor allem bei leichten Erkrankungen”, sagte Dulger der “Welt” nach Angaben vom Donnerstag.Darüber hinaus gehöre die telefonische Krankschreibung “abgeschafft”, sagte Dulger. “Sie war ein Notinstrument in der Pandemie, ist heute aber ein Einfallstor für Missbrauch.” Videosprechstunden seien eine zeitgemäßere und bessere Alternative.Weiterhin will der Verbandspräsident, die Lohnfortzahlung auf maximal sechs Wochen pro Jahr begrenzen. Bisher gilt die Lohnfortzahlung für sechs Wochen pro Erkrankung. Weil die Lohnfortzahlung bislang an einzelne Krankheitsfälle gekoppelt ist, haben Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen mehrfach innerhalb eines Jahres Anspruch auf jeweils bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung. Außerdem forderte Dulger, dass Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit im Krankheitsfall nicht mehr fortgezahlt werden sollten. “Wer nicht arbeitet, hat auch keine Mehrbelastung”, sagte der BDA-Präsident. Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen solle häufiger und schneller Arbeitsunfähigkeiten überprüfen können. Derzeit seien entsprechende Prüfungen die Ausnahme.Hintergrund der Debatte ist ein Anstieg der Fehlzeiten seit dem Jahr 2022. Im Jahr 2024 haben Arbeitgeber laut Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) rund 82 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gezahlt. Hinzu kommen Produktionsausfälle und entgangene Wertschöpfung. Laut einer aktuellen Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verursachten Fehltage im Jahr 2024 Produktionsausfälle von insgesamt 134 Milliarden Euro. Demnach war im Jahr 2024 jeder Beschäftigte im Durchschnitt 20,8 Tage krank.

Studie: Neun von zehn Haushaltshilfen nicht angemeldet

Metallbranche erwartet auch 2026 Wegfall zehntausender Jobs

BA-Chefin Nahles: Jobchancen für Arbeitslose derzeit “so niedrig wie nie zuvor”

Die Chancen für Arbeitslose in Deutschland auf einen Job haben nach den Worten der Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, ein Rekordtief erreicht. Der entsprechende Indikator sei derzeit “so niedrig wie nie zuvor”, sagte sie dem Portal Web.de laut Meldung vom Freitag. Der Arbeitsmarkt sei “seit Monaten wie ein Brett”, es komme “kein Schwung rein”.Der Indikator zeigt an, “wie hoch die Wahrscheinlichkeit für arbeitslose Menschen ist, wieder einen Job zu finden”, sagte Nahles. Meist liegt der Wert demnach bei sieben, “jetzt aber bei 5,7 – so niedrig wie nie zuvor”. Die Arbeitslosenzahl in Deutschland betrug im November 2,885 Millionen, die Arbeitslosenquote lag bei 6,1 Prozent. Das waren zwar 0,1 Prozentpunkte weniger als im Oktober. Im Vergleich zu November 2024 stieg sie aber um 0,2 Prozentpunkte.Nahles verwies in dem Interview auch auf positive Aspekte. Zwar gebe es eine erhöhte Arbeitslosigkeit, “aber gleichzeitig sind so viele Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik”, sagte sie. “Da ist eine Arbeitslosenquote um die sechs Prozent, wie wir sie auch für die nächsten Monate erwarten, im internationalen Vergleich nicht so dramatisch.”Gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben laut Nahles immer noch die besten Chancen am Arbeitsmarkt. Gleichwohl ist aus ihrer Sicht keine Gruppe von Beschäftigten mehr vor dem Jobverlust sicher. Für Jobeinsteiger seien die Aussichten derzeit schlecht. “Wir haben so wenig junge Menschen in Ausbildung vermittelt bekommen wie seit 25 Jahren nicht”, sagte Nahles mit Blick auf 2025. Jobeinsteigern rät die BA-Chefin, sich nicht auf einen einzigen Berufswunsch zu versteifen. Außerdem sei regionale Mobilität bei der Stellensuche hilfreich. “Oft gibt es Jobs, nur eben nicht vor der Haustür.”Als Problem definierte Nahles in dem Interview mit Web.de, dass “sich hier eine konjunkturelle Krise, die schon drei Jahre anhält, mit strukturellen Herausforderungen” vermische. “KI, E-Mobilität, Quantencomputing – daraus muss man jetzt neue Geschäftsmodelle machen”, forderte sie. Auf die Frage, wie das hinzubekommen sei, antwortete sie: “In jedem Fall nicht, indem man nur übers Bürgergeld redet.” Es brauche “echte Zusammenarbeit von allen Seiten: Politik, Forschung, Unternehmen”.An der geplanten Bürgergeldreform begrüßte Nahles, “dass von den Kunden wieder mehr Mitwirkung verlangt wird und wir zu klaren Regeln bezüglich der Sanktionen kommen”. Das Kabinett hatte Mitte Dezember beschlossen, das Bürgergeld nach nur drei Jahren durch ein neue Grundsicherung zu ersetzen, die härtere Regeln und scharfe Sanktionen vorsieht. Außerdem soll künftig wieder der sogenannte Vermittlungsvorrang für Arbeitslose gelten – also vorrangig die möglichst schnelle Vermittlung in einen Job statt beispielsweise einer Weiterbildung.Nahles kritisierte daran: “Diese Regelung kann aus meiner Sicht wirklich problematisch werden, wenn nicht auf das Qualifikationsprofil der einzelnen arbeitslosen Menschen geachtet wird.” Die Bürgergeld-Diskussion dürfe “den Arbeitsmarkt nicht ausblenden”, forderte sie. Der Reform muss noch der Bundestag zustimmen. In Kraft treten soll sie zum 1. Juli 2026.Die Fähigkeiten der arbeitslosen Menschen würden “oft nicht zu den freien Stellen” passen. “Daran ändert ein Vermittlungsvorrang erst einmal nichts”, sagte Nahles. Qualifizierung bleibe wichtig. “Sonst stehen die Menschen nach drei Monaten wieder beim Jobcenter vor der Tür.”