Der Iran hat den USA einen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen einer Woche unterbreitet. Wenn “bestimmte Bedingungen” Teherans erfüllt seien, könne die Meerenge “binnen sieben Tagen geöffnet” werden, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Donnerstag (Ortszeit) internationalen Medien wie der “New York Times” und dem britischen “Guardian” in New York.
Auch die Verhandlungen könnten dann wieder aufgenommen werden. Der Ölpreis sank infolge der Äußerungen Araghtschis. Die Straße von Hormus ist enorm wichtig für den weltweiten Handel mit Öl und Gas. Der Iran hält die Meerenge seit Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar weitgehend blockiert und greift dort regelmäßig Schiffe an. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen.
Am Dienstag hatte Araghtschi dem US-Gesandten Steve Witkoff am Rande der UN-Generaldebatte in New York die Bedingungen Teherans für eine Öffnung der Meerenge übermittelt. Wie die “New York Times” unter Berufung auf Araghtschi berichtete, verlangt der Iran die Einstellung aller Kampfhandlungen in der Region für die Dauer von sieben Tagen, einschließlich im Libanon und im Jemen. Teheran verlangt zudem die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte in Höhe von mindestens zwölf Milliarden Dollar (umgerechnet zehn Milliarden Euro), die Aufhebung von Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor sowie die Beendigung der US-Hafenblockade.
Wenn am siebten Tag alle Bedingungen erfüllt sind, will der Iran dem Vorschlag zufolge die Straße von Hormus öffnen. Araghtschi sagte laut “New York Times”, er warte nun auf eine Antwort der US-Regierung. Seinen Angaben zufolge wird der iranische Vorschlag auch von China unterstützt, dessen Präsident Xi Jinping sich derzeit zu einem Staatsbesuch bei Präsident Donald Trump in den USA aufhält. Die Ölpreise gingen nach einem deutlichen Anstieg am Donnerstag in Folge der Aussagen des iranischen Außenministers am Freitag zurück.
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent gab um 1,31 Prozent nach und notierte gegen Mittag bei 105,2 Dollar pro Fass. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate gab um knapp zwei Prozent auf 92,78 Dollar nach. Der katarische Regierungschef und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani traf sich derweil am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian.
Nach Angaben des Außenministeriums in Doha wurden bei dem Gespräch am Freitag “die Bemühungen zur Deeskalation der Spannungen und zur Schaffung eines förderlichen Umfelds für den Dialog erörtert”. Katar bemüht sich als Vermittler um ein Ende des Iran-Kriegs. Peseschkian hatte am Donnerstag gesagt, er sehe die Entscheidung über ein Ende des Iran-Kriegs bei den USA. “Wir wollen nicht weitermachen”, sagte Peseschkian dem US-Sender Fox News. “Amerika muss entscheiden, ob es dies beenden will oder nicht”.
Dem Iran sei der Krieg “aufgezwungen” worden. Er kritisierte, dass Washington “entschieden” habe, das mit Teheran erzielte Abkommen “nur zwei Wochen nach dessen Unterzeichnung platzen zu lassen”. Eine Vereinbarung zwischen Washington und Teheran war im Juni mit dem Ziel geschlossen worden, die Kampfhandlungen zwischen beiden Ländern zu beenden. Der Krieg hatte Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen.
Anfang Juli brach die Vereinbarung jedoch in sich zusammen, beide Seiten warfen sich gegenseitig Verstöße vor. Ein zentraler Streitpunkt ist weiterhin der künftige Status der Straße von Hormus.
Fri, 25 Sep 2026 11:28:32 GMT
