Mehr als 13.000 See-Elefantenbabys auf entlegenen Inseln fallen Vogelgrippe zum Opfer

Auf zwei entlegenen australischen Inseln sind mehr als 13.000 See-Elefantenbabys an der hochansteckenden Vogelgrippe verendet. Bei einer Forschungsexpedition zu den nahe der Antarktis gelegenen Heard and McDonald-Inseln seien die Ufergebiete mit Kadavern geradezu übersät gewesen, berichteten Wissenschaftler des australischen Antarktis-Programms am Donnerstag. DNA-Untersuchungen ergaben demnach, dass die See-Elefanten sowie Pinguine und weitere auf den vulkanischen Inseln lebende Vögel am Vogelgrippe-Virus H5N1 starben.

Am schlimmsten von dem Vogelgrippe-Ausbruch betroffen waren den Wissenschaftlern zufolge junge See-Elefanten. In einigen Familiengruppen lag die Sterblichkeit demnach bei bis zu 97 Prozent. Bei Erkundungen aus der Luft und am Boden zwischen Oktober 2025 und Januar dieses Jahres wurden demnach 13.300 tote See-Elefantenjunge gezählt. Es sei das erste Mal, dass H5N1 in einem australischen Außengebiet festgestellt wurde, erklärte die Biologin Julie McInnes.

Dies zeige, dass sich das Vogelgrippe-Virus Richtung Osten weiter ausbreite. Auf die abgelegenen Inseln eingeschleppt wurde das Virus nach Angaben der Wissenschaftler vermutlich im August vergangenen Jahres durch infizierte Tiere von der 1500 Kilometer nordwestlich gelegenen Crozet-Insel. Die unbewohnten Heard and McDonald-Inseln hatten im vergangenen Jahr unverhofft international Schlagzeilen gemacht, als sie im April 2025 in einer von US-Präsident Donald Trump veröffentlichten Liste von mit Strafzöllen belegten Ländern und Gebieten auftauchten.

Die Inseln liegen rund 4000 Kilometer südwestlich des australischen Festlands. Besucher brauchen eine Genehmigung der australischen Regierung.

Thu, 18 Jun 2026 08:36:29 GMT