Merz: USA müssen Selenskyj zu G20-Gipfel mit Putin einladen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine Einbeziehung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim Gipfel der G20-Staaten im kommenden Monat in den USA gefordert. Wenn Russlands Präsident der Einladung durch den Gipfelgastgeber, US-Präsident Donald Trump, folge und an dem Treffen teilnehme, “dann muss zuallererst über die Ukraine gesprochen werden”, sagte Merz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Selenskyj in Berlin. “Und wenn über die Ukraine gesprochen wird, dann muss der Präsident der Ukraine mit am Tisch sitzen”, fügte er hinzu.

Aus seiner Sicht wäre es “völlig inakzeptabel, dass Drittstaaten über das Schicksal der Ukraine sprechen, ohne die Ukraine daran zu beteiligen”, betonte Merz. Solche Gespräche müssten “zu einem Waffenstillstand führen, und sie müssen zu einem Friedensabkommen in der Ukraine führen”, forderte der Kanzler. Klar sei aber auch, dass es jedem Gastgeber frei stehe, Gäste einzuladen.

Er sehe “der Vorbereitung und der Durchführung dieses G20-Treffens in Miami mit Interesse entgegen”, sagte Merz. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer. Trump hat Putin zum G20-Gipfel in Miami im Dezember eingeladen. Der Gipfel soll in einem Golfclub des US-Präsidenten im Bundesstaat Florida stattfinden. Eine Zusage aus Moskau gibt es bisher nicht. Merz betonte nach dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten, dass er bislang keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft Russlands sieht.

Nötig sei nun, “dass Russland wirklich ernsthaft Verhandlungen über einen Waffenstillstand, über ein nachfolgendes Friedensabkommen” führe. “Ich sehe das bisher nicht”, fügte er hinzu. Die Unterstützer der Ukraine seien jedenfalls “auf jeder Ebene darum bemüht, diesen Krieg zu einem Ende zu bringen – und wir lassen es auch an keiner diplomatischen Bemühung fehlen”.

Tue, 03 Nov 2026 14:16:49 GMT