Von der Leyen kündigt europäischen “Plan für Hitzewellen” an
Nach den Hitzerekorden und Waldbränden in diesem Sommer hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Klimawandel als einen der “Wendepunkte unserer Zeit” bezeichnet. “Europa kann, muss und wird bei seinen Klimazielen Kurs halten”, versprach von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch im EU-Parlament. Zudem werde die Kommission einen “europäischen Plan für Hitzewellen vorstellen”, sagte sie.
Von der Leyen forderte “bessere Frühwarnsysteme und bessere Krisenvorsorge im Gesundheitswesen”. Europa müsse den Klimawandel eindämmen und sich gleichzeitig anpassen, betonte sie. “Dieser Sommer darf sich nicht wiederholen.” 660.000 Hektar Land seien in der EU insgesamt verbrannt, 35.000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Flüsse wie die Donau und der Rhein “verschwinden vor unseren Augen”.
Die Kommission werde in den nächsten Wochen die am meisten gefährdeten Gebiete in Europa ermitteln, kündigte von der Leyen an. Auch eine “Allianz für Klimaversicherung” wolle die Behörde ins Leben rufen. Sie verwies darauf, dass nur rund ein Viertel der Katastrophenschäden in Europa durch private Versicherungen abgedeckt seien. Zu oft müsse der Staat aushelfen. Europa ist laut Wissenschaftlern der Kontinent, der sich infolge des globalen Klimawandels am schnellsten erwärmt.
Diesen Sommer wurden weite Teile Europas, darunter auch Deutschland, wiederholt von teils langanhaltenden extremen Hitzewellen erfasst. Die Folgen davon waren unter anderem Temperaturrekorde, heftige Waldbrände, extrem niedrige Pegelstände der Flüsse und zahlreiche Hitzetote. Forderungen nach einem besseren Hitzeschutz wurden daher diesen Sommer auch in Deutschland laut. So fehlt es in vielen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen an Klimaanlagen.
Das Robert-Koch-Institut sprach in einer Anfang September veröffentlichten Schätzung von 16.300 Hitzetoten in diesem Sommer in Deutschland.
Wed, 16 Sep 2026 08:16:12 GMT
