Trotz Schmähvideos gegen sie: Demokratin Acton gewinnt Gouverneurswahl in Ohio

Das Schmähvideo ihres republikanischen Rivalen gegen sie war ein Tiefpunkt im Kongresswahlkampf – der Wahlausgang dürfte der Demokratin Amy Acton deswegen besondere Genugtuung bereiten: Die 60-Jährige hat die Gouverneurswahl im Bundesstaat Ohio klar gewonnen. Laut Prognosen kam Acton bei der Wahl am Dienstag auf rund 52 Prozent der Stimmen, ihr republikanischer Gegner Vivek Ramaswamy erhielt lediglich 44 Prozent.

Ramaswamy hatte im Wahlkampf mit einem gegen Acton gerichteten Schmähvideo für Empörung gesorgt. In dem einminütigen Clip trat Actons Mutter auf und bezeichnete ihre Tochter als Lügnerin: “Sie hat ihr ganzes Leben lang gelogen” und dürfe deshalb nicht Gouverneurin werden. Acton, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hat, verurteilte den Spot als “widerwärtig” – insbesondere mit Blick auf ihre Leidensgeschichte als Kind: Ihr Stiefvater habe sie sexuell missbraucht, als sie zwischen zehn und zwölf Jahre alt gewesen sei, “während meine Mutter nichts unternommen hat, um mich zu schützen”.

Gerichtsdokumenten zufolge wurde Actons Stiefvater wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt, floh aber und ist inzwischen gestorben. Ramaswamys Wahlwerbespot war selbst bei Republikanern auf Kritik gestoßen. Ohios scheidender Gouverneur Mike DeWine – ein gemäßigter Republikaner – etwa bezeichnete das Video als “zutiefst beunruhigend” und verlangte, dass es zurückgezogen wird.

Unterstützung hatte Ramaswamy dagegen von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance erhalten. Trump erklärte, der republikanische Kandidat habe einen “sehr kraftvollen Spot veröffentlicht”. DeWine dagegen sei “illoyal”. Vance sagte gar, er sei “angewidert” von Republikanern, die über das Video “jammern” würden. Ramaswamy hatte 2023 im Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner mit seinem forschen Auftreten und provokanten Forderungen für Furore gesorgt.

Kurz nach Beginn der Vorwahlen Anfang 2024 zog der Biotech-Unternehmer mit indischen Wurzeln sich schließlich aus dem Rennen zurück und stellte sich hinter Trump. Der 41-Jährige wollte nun in Ohio im Mittleren Westen der USA Gouverneur werden – scheiterte aber an der Demokratin Acton. Für die Demokraten ist das ein wichtiger Erfolg. Ohio galt früher als sogenannter Swing State, der zwischen Demokraten und Republikanern besonders umkämpft ist. In den vergangenen Jahren rückte der Bundesstaat aber immer weiter nach rechts, Trump gewann dort bei der Präsidentschaftswahl 2024 mit mehr als zehn Prozentpunkten Vorsprung.

Die Demokraten hoffen jetzt, auch bei künftigen Wahlen in dem Bundesstaat siegen zu können.

Wed, 04 Nov 2026 14:15:50 GMT