Rätselraten um CDU-Vorschlag für Bundespräsidentin hält an

Bei der Suche nach einer geeigneten Nachfolge für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf eine Frau festgelegt – doch das Rätselraten um einen konkreten Namen geht weiter. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sah die CSU-Kandidatin Ilse Aigner noch nicht aus dem Rennen, Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Dienstag lediglich eine Entscheidung “in sehr naher Zukunft” an.

Hoppermann sicherte zu, die Kandidatin komme für Merz “aus den Reihen der Union und ist damit auch ein gemeinsamer Vorschlag der beiden Unions-Parteivorsitzenden”. Sie schloss dabei nicht aus, dass für sie auch die bayerische CSU-Landtagspräsidentin Aigner weiter im Rennen sei. Grundsätzlich gebe es “viele verschiedene Kandidatinnen, die dafür hervorragend geeignet sind und in Frage kommen”, sagte Hoppermann den Sendern RTL und ntv.

Merz hatte sich am Montag auf eine Frau als künftige Bundespräsidentin festgelegt. Eine Entscheidung für eine Kandidatin soll in den Parteigremien Anfang der nächsten Woche fallen. Nach Informationen der “Rheinischen Post” will Merz bereits am Sonntagabend mit dem Parteipräsidium bei einem Abendessen im Konrad-Adenauer-Haus darüber sprechen. Am Montag soll dann die Runde erneut zusammenkommen und anschließend der CDU-Bundesvorstand tagen.

Aigner genießt inzwischen Unterstützung auch bei CDU, SPD und Grünen. Eine neue Kandidatin aus der CDU müsste diese hohe Hürde überwinden. Als mögliche Kandidatinnen der Partei genannt werden mittlerweile Bundesfamilienministerin Karin Prien, Hessens Fraktionschefin Ines Claus, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und die frühere Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Frei sagte in Berlin zur Verteidigung der späten Entscheidung des Kanzlers für eine Kandidatin, es würden bereits seit geraumer Zeit Gespräche geführt und dieser Prozess werde bald abgeschlossen.

Dass es am Ende ein “sehr gutes Ergebnis” geben werde, davon sei er überzeugt. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann warb für Aigner: Er nehme auch in der CDU “eine sehr, sehr hohe Wertschätzung” für sie wahr. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann betonte die Haltung der Partei, dass die Zeit “reif für eine Frau an der Spitze” sei. “Viele Frauen in unserem Land in Politik, in Wirtschaft, in Gesellschaft sind unterrepräsentiert, auch hier im Parlament”, sagte sie in Berlin. “Und ich würde mir wünschen, wenn an der Spitze des Staates als Bundespräsidentin eben eine Frau dieses Amt einnimmt.”Das “Trendbarometer” für RTL und ntv ergab unterdessen, dass es für 70 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger weiterhin egal ist, ob ein Mann oder eine Frau das Amt bekleidet. 28 Prozent wünschen sich demnach ausdrücklich eine Bundespräsidentin, zwei Prozent bevorzugen einen Mann.

Der Anteil derjenigen, die eine Frau im Amt bevorzugen, stieg damit allerdings verglichen mit einer Erhebung im August (19 Prozent) deutlich an. Bei der Einschätzung möglicher Kandidatinnen und Kandidaten liegt Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 50 Prozent vorn. 36 Prozent halten Aigner für geeignet, 33 Prozent den früheren Innenminister Thomas de Maizière (CDU). Das Institut Forsa befragte dazu 1001 Menschen.

AfD-Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann hält sämtliche in der Union gehandelte Kandidatinnen für ungeeignet. Einen eigenen Namen wollte er im Gespräch mit Welt TV aber nicht nennen. Es müsse aber jemand sein, der “diese Brandmauer-Politik” nicht fortsetze, sagte er mit Blick auch auf die aktuelle Amtszeit von Steinmeier.

Tue, 03 Nov 2026 15:32:06 GMT