Kindern “Mut zum Träumen” gemacht: Buchautor Janosch mit 95 Jahren gestorben

Der Kinderbuchautor und Illustrator Janosch ist tot. Der Schöpfer von weltbekannten Figuren wie der Tigerente und klassischen Geschichten wie “Oh, wie schön ist Panama” starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren, wie sein Agent und Verleger Bernhard Feil am Mittwoch in Tübingen unter Berufung auf Janoschs Ehefrau mitteilte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den Verstorbenen als “Lebensbegleiter”, der unzähligen Kindern “Mut zum Träumen” gemacht habe.

Janosch war das Pseudonym des Künstlers Horst Eckert, der am 11. März 1931 in Oberschlesien im heutigen Polen geboren wurde. Er arbeitete als Illustrator, Karikaturist, Maler und Autor von Erwachsenen- und Kinderbüchern. Vor allem seine mit charakteristischen eigenen Zeichnungen versehenen Kinderbücher machten ihn bekannt – neben dem 1978 erschienenen “Oh, wie schön ist Panama” wurde unter anderem auch “Post für den Tiger” von 1980 zu einem Klassiker.

Seiner Tübinger Künstleragentur zufolge wurden Janoschs Bücher in mehr als 30 Sprachen übersetzt und seine Werke in international renommierten Museen gezeigt. Der Autor lebte schon seit 1980 mit seiner Ehefrau Ines auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte. Dort starb er am Dienstag nach einem vorangegangenen mehrtägigen Aufenthalt in einem Krankenhaus, wie Feil der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Janoschs Frau sagte. “Er ist ist auf Teneriffa friedlich eingeschlafen.”Janosch war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westdeutschland gezogen, wo er nach verschiedenen anderen beruflichen Stationen eine Laufbahn als Künstler begann.

Sein erstes Kinderbuch veröffentlichte er 1960, es folgten zahlreiche Werke für Kinder wie Erwachsene. Unter anderem verfasste er ab 2013 mehrere Jahre lang auch eine Kolumne für die Wochenzeitung “Die Zeit” mit Weisheiten seiner kauzigen Figur Wondrak, dem Alter Ego des Schriftstellers. Sein von lebhaften Farben geprägter einzigartiger Zeichenstil und sein Humor hätten Janosch “zu einem der herausragenden Künstler seiner Zeit” gemacht, heißt es auf der Internetseite seiner Tübinger Künstleragentur Art 28.

Sie verwies auch auf dessen zahlreiche Ehrungen, etwa das Bundesverdienstkreuz.”In seiner unbändigen Phantasie hat Janosch unvergessliche Figuren erfunden, die ebenso unvergessliche Abenteuer erleben”, erklärte Steinmeier zu dessen Tod. Wie nur wenige andere Autoren und Zeichner sei der Künstler so zu einem Begleiter für Kinder und alle geworden, “die nicht verlernt haben, zu staunen und sich zu wundern”, teilte der Bundespräsident in Berlin mit.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erklärte, Janosch habe Kindern wie Erwachsenen gezeigt, “dass das wahre Glück im Leben oft im vermeintlich Kleinen und eigentlich ganz Großen liegt – in Freundschaft und in Freiheit”. Janosch habe sich trotz “Härten seiner eigenen Kindheit” und seines weltweiten Erfolgs bis ins hohe Alter einen “unverstellten Blick” bewahrt.

Janosch alias Eckert hatte zeitlebens nie ein Geheimnis aus seinem Aufwachsen unter extrem schwierigen Bedingungen gemacht. Er selbst bezeichnete seine Kindheit immer wieder als “Hölle”. Demnach waren seine Eltern gewalttätig.

Wed, 04 Nov 2026 13:24:33 GMT