Dritte Runde der Tarifverhandlungen in Chemie- und Pharmaindustrie beginnt

Die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie gehen am Dienstag (13.00 Uhr) in die dritte Runde. Die Gespräche im rheinland-pfälzischen Bad Breisig sind für zwei Tage angesetzt. Der Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Oliver Heinrich, sowie der Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC), Matthias Bürk, wollen zum Auftakt ab 14.00 Uhr Statements abgeben. Den erneuten Gesprächen gingen laut IGBCE neun regionale und zwei auf Bundesebene geführte Verhandlungen voraus – ohne Ergebnis. Die IGBCE fordert angesichts der Krise in der Chemiebranche die Beschäftigungssicherung und eine Lohnsteigerung, die die Kaufkraft stärkt. Eine konkrete Zahl hat die Gewerkschaft nicht genannt. Die Arbeitgeber forderten eine Nullrunde. 

Studie: Geringere Zufriedenheit bei verpflichtender Rückkehr aus Homeoffice

Wenn Beschäftigte mit Homeoffice-Tagen wieder häufiger in den Betrieb beordert werden, ist ihre Zufriedenheit mit ihrer Arbeit meistens geringer. Das Gefühl der Belastung steigt dagegen, wie eine am Montag veröffentlichte neue Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung ergab. Demnach liegt der Anteil der Angestellten, die zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiten, zwar seit Mitte 2022 stabil bei etwa einem Drittel. 21 Prozent bekamen aber in den zwölf Monaten vor der Befragung die Anweisung, wieder häufiger im Betrieb zu arbeiten. Bei weiteren 13 Prozent sei dies schon vorher geschehen. Im Schnitt wollten Arbeitgeber drei Präsenztage in der Firma.Bei den Auswirkungen einer solchen “Return-to-Office”-Politik stellten die Forscherinnen Yvonne Lott und Eileen Peters Unterschiede zwischen Führungskräften und Beschäftigten ohne Leitungsfunktion fest. Führungskräfte sehen mehr Präsenztage demnach positiver. So berichteten Nicht-Führungskräfte von einer um zehn Prozentpunkte höheren beruflichen Belastung als Beschäftigte in Betrieben ohne Einschränkung von Homeoffice. Bei den Führungskräften gebe es dagegen keinen deutlichen Unterschied. Lott und Peters vermuten, dass das möglicherweise daran liegt, dass diese mehr Präsenz etwa durch eine höhere Jobautonomie oder größere zeitliche Spielräume besser kompensieren könnten.Insgesamt war die Anweisung, ins Büro zurückzukehren, bei den Befragten eher unbeliebt. Auf einer Skala von eins bis zehn bewerteten sie die Rückholinitiativen mit durchschnittlich vier Punkten. Wurde ein Grund dafür genannt, war die Zufriedenheit höher – sie lag bei etwa 4,6 Punkten, ohne Begründung bei 3,7.Etwa der Hälfte der Befragten wurde ein Grund genannt. Bei gut 86 Prozent von ihnen sollte die Rückkehr ins Büro den kollegialen Austausch fördern, bei drei Vierteln die Teamarbeit erleichtern. 62 Prozent der Befragten vermuteten jedoch auch andere Gründe und gingen davon aus, dass es dem Arbeitgeber vor allem um stärkere Kontrolle geht.Deutliche Unterschiede in der Bewertung gab es der Studie zufolge zwischen Eltern und Kinderlosen. Väter kamen auf 4,8 Punkte und Mütter auf 3,6. Bei Menschen ohne Kinder war der Unterschied geringer; hier bewerteten Männer die Maßnahme mit 4,3 Punken und Frauen mit 4,1.”Diese Unterschiede lassen sich vermutlich durch die ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern erklären”, schrieben die Wissenschaftlerinnen. Sie warnten, dass es zu weniger statt mehr Arbeitsvolumen führen könnte, wenn auf unterschiedlichen Ebenen die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben erschwert werde.”Einfach die Zügel anzuziehen, im Unternehmen wie auf politischer Ebene, könnte absolut kontraproduktiv wirken”, warnte WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch auch mit Blick auf politische Debatten. “Denn das erhöht die Hürden für Erwerbstätigkeit, insbesondere von Frauen.”Insgesamt war die Zufriedenheit mit dem Job der Untersuchung zufolge etwas höher ohne Return-to-Office-Initiative. Sie lag dann im Schnitt bei 6,9 Punkten. Bei der Verpflichtung, wieder häufiger ins Büro zu fahren, waren es demnach 6,5 Punkte.Die Auswertung basiert auf der WSI-Erwerbspersonenbefragung, die es seit April 2020 gibt. Für die neue Untersuchung wurden Daten der jüngsten Erhebungswelle von November und Dezember 2025 ausgewertet und dabei nur diejenigen berücksichtigt, deren Tätigkeit wenigstens teilweise für Homeoffice geeignet ist. Das waren insgesamt rund 2600 Menschen.

Keine Bewegung: Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeitet nach Tarifvertrag

Bei der Tarifbindung in deutschen Betrieben gibt es keine Bewegung – nach wie vor arbeitet knapp die Hälfte der Beschäftigten hierzulande nach Tarif. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte, waren im vergangenen Jahr 49 Prozent der Beschäftigten in einem tarifgebundenen Betrieb tätig. Damit blieb die Bindung verglichen mit den Vorjahren konstant. Auch die Unterschiede zwischen den Branchen bleiben groß.Mit einer Tarifbindung von 100 Prozent lag der Bereich Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung erneut vorn, gefolgt von den Wirtschaftsabschnitten Energieversorgung (84 Prozent), Erziehung und Unterricht (79 Prozent) und Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (68 Prozent), wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte. Über dem Durchschnitt lag auch der Bereich Gesundheits- und Sozialwesen mit 54 Prozent und das Verarbeitende Gewerbe mit 52 Prozent.Unten auf der Skala rangierte der Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei mit lediglich zehn Prozent. Auch in der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche sowie im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen (jeweils 21 Prozent) und im Gastgewerbe (23 Prozent) wurde selten nach Tarif bezahlt.Auch zwischen den Bundesländern gab es erneut deutliche Unterschiede. In Bremen war die Tarifbindung 2025 mit 56 Prozent am höchsten, gefolgt vom Saarland (52 Prozent) und von Nordrhein-Westfalen (51 Prozent) – dieses Ranking änderte sich im Jahresvergleich auch nicht. Die geringste Tarifbindung gab es erneut in Sachsen mit 42 Prozent.Der Tarifexperte Thorsten Schulten vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung bezeichnete es als “erschreckend”, dass nach wie vor nicht einmal die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland durch einen Tarifvertrag geschützt werde. Die jüngsten Zahlen seien “einmal mehr ein Weckruf an die Politik, endlich Maßnahmen zur Stützung des Tarifvertragssystems zu ergreifen”. Er verwies auf Verpflichtungen, die sich aus EU-Recht ergäben, wonach bei einer Tarifbindung unterhalb von 80 Prozent ein Nationaler Aktionsplan verpflichtend sei.Das jüngst beschlossene Tariftreuegesetz, nach dem öffentliche Aufträge des Bundes nur noch an tariftreue Unternehmen gehen sollen, könne “nur ein erster Schritt sein”, fuhr Schulten fort. Das Gesetz, ein Kernanliegen der SPD in der Koalition mit der Union, war Ende Februar im Bundestag beschlossen worden. Öffentliche Bau- und Dienstleistungsaufträge des Bundes sollen danach künftig nur noch an Unternehmen mit fairen Arbeitsbedingungen vergeben werden.

DB-Cargo Chef erwartet schwarze Null bis Jahresende

DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg will die hoch verschuldete Güterbahnsparte schnell zurück in die Gewinnzone führen. Er sei für 2026 zuversichtlich, “dass wir entlang unserer Managementplanung auch ins Ziel einer schwarzen Null steuern”, sagte Osburg im Interview mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Donnerstagsausgaben). Gelingen soll das mithilfe eines Kosten- und Produktivitätsprogramms. Das Sparziel: Eine Milliarde Euro bis 2030.Erreichen will Osburg das unter anderem mit dem Abbau von rund 6000 Stellen – 4000 im Maßnahmenprogramm und grob 2000 im Einzelwagenverkehr. “Eine ganz zentrale Rolle spielt dabei die Erreichung höherer Produktivitäten”, wie sie DB Cargo vor fünf bis sieben Jahren noch gehabt habe, sagte Osburg. Das betreffe alle Bereiche.Der DB-Cargo-Vorstand will sein Unternehmen außerdem europäisch besser aufstellen. “Der Kern der DB Cargo, das deutsche Geschäft im Industriemotor Europas, ist schwer belastet”, sagte Osburg den Zeitungen des RND und ergänzte: “Aber das, was in Deutschland nicht mehr produziert wird, sondern nach anderswo in Europa abwandert, ist ja immer noch nachgefragt und es muss transportiert werden.” Er sehe da ein großes Wachstumspotenzial.Den teuren Einzelwagenverkehr will Osburg “in einer möglichst großen Fläche erhalten, denn er ist systemkritisch für den Standort Deutschland”. Ein Umbau stehe jedoch an. “Künftig wird es vier Haupt-Produktions-Hubs geben: Köln-Gremberg, Seelze, Mannheim, Nürnberg.” Daneben gebe es fünf nachgelagerte Güterbahnhöfe, die Seehäfen oder große Industriecluster bedienen. “In Summe fokussieren wir uns von derzeit mehr als 30 Zugbildungsanlagen auf rund 20.” Es werde außerdem weitere Anlagen geben, in denen Güterzüge abgefertigt würden, sagte Osburg. Die Zahl der Werkstätten soll auf 12 reduziert werden. “Diese 12 wollen wir, wenn eben möglich, nicht schließen, sondern veräußern”. Es gebe bereits Interessenten.Die DB Cargo schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zum Problem für die Bahn wurde dies wegen eines EU-Wettbewerbsverfahrens: Die Kommission in Brüssel wertete die anhaltende Querfinanzierung von DB Cargo durch andere Konzernteile als Wettbewerbsverzerrung. Das Unternehmen muss deshalb aus eigener Kraft zurück in die Gewinnzone.

Verdi-Warnstreik legt Flughafen BER am Mittwoch lahm

Wegen eines Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi steht der Flughafen BER am Mittwoch nahezu still. Infolge der Arbeitsniederlegungen sind nach Angaben der Betreibergesellschaft FBB “keine regulären Flüge am BER möglich”. Passagiere sollen sich demnach “zu Umbuchungen und alternativen Reisemöglichkeiten” informieren.Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Flughafens im brandenburgischen Schönefeld nahe Berlin. Verdi wirft der Arbeitgeberseite eine “Blockadehaltung” vor und kritisiert, dass das bislang vorgelegte Angebot einen deutlichen Reallohnverlust bedeute. Die Flughafengesellschaft bezeichnete den Streik als “unverhältnismäßig” – ursprünglich seien für den Tag rund 445 Abflüge und Landungen mit etwa 57.000 Passagieren geplant gewesen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. März angesetzt. 

Bauministerin Hubertz fordert Mutterschutz für selbstständige Frauen

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat einen Mutterschutz für selbstständige Frauen gefordert. “Wir brauchen mehr Unternehmerinnen im Land, wir brauchen Frauen, die Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft voranbringen”, sagte sie der “Rheinpfalz” vom Dienstag. Es sei “absurd”, ausgerechnet bei diesen Frauen zuzulassen, dass eine Schwangerschaft zum wirtschaftlichen Risiko werde. Unterstützung kam von den deutschen Anwälten – in der Branche ist Selbstständigkeit verbreitet: “Zeit wird’s!””Es braucht den Mutterschutz für Selbstständige”, sagte Hubertz der Zeitung. Sie selbst war kürzlich aus einer dreimonatigen Mutterschutzfrist wieder in ihr Ministerium zurückgekehrt. Schon in der Schwangerschaft hatte die Ministerin angekündigt, während dieser Zeit zu pausieren, die Elternzeit übernehme dann ihr Partner.Das Mutterschutzgesetz gilt für alle schwangeren und stillenden Beschäftigten, auch wenn sie in Ausbildung oder geringfügig beschäftigt sind. Unter anderem für Selbstständige gilt das Gesetz jedoch nicht. Es umfasst neben dem Beschäftigungsverbot in den Wochen vor und nach der Geburt – der Mutterschutzfrist – auch einen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und einen besonderen Kündigungsschutz. “Werden selbstständig arbeitende Frauen schwanger, sind sie deutlich schlechter abgesichert als Angestellte”, beklagte der Deutsche Anwaltsverein (DAV) und erinnerte daran, das Thema bereits während der Koalitionsverhandlungen angesprochen zu haben. “Egal ob Handwerksmeisterin, Künstlerin, Gründerin oder Anwältin mit eigener Kanzlei: Selbstständig tätige Frauen sollten sich nicht zwischen Familiengründung und ihrer unternehmerischen Tätigkeit entscheiden müssen.”Der DAV verwies auf die eigene Branche, wo Selbstständigkeit weit verbreitet sei. “Hier muss etwas passieren, wenn wir junge Juristinnen für den Beruf – auch in selbstständiger Arbeitsweise – begeistern und gewinnen wollen”. Die Einführung eines gesetzlichen Mutterschutzes für Selbstständige könne hier eine entscheidende Systemlücke schließen.Hubertz sagte der “Rheinpfalz”, sie freue sich, nun wieder voll im Beruf einzusteigen. Es habe sie zudem überrascht, “wie rückständig einige Kommentare in den sozialen Medien waren”. Erstaunlich viele Menschen seien noch immer der festen Überzeugung, dass Politik oder Karriere und Familie nicht zusammengingen, sagte die SPD-Politikerin. “Mich motiviert das.” Es gebe immer noch zu viele Steine, die Müttern bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere in den Weg gelegt würden.In der Gesellschaft gibt es Hubertz zufolge noch immer alte Rollenbilder vom arbeitenden Vater und der zu Hause bleibenden Mutter. “Das ist aber in ganz vielen Familien nicht die Realität”, sagte sie. Auch in der Politik gebe es Nachholbedarf – die Strukturen seien nicht auf Familienfreundlichkeit ausgerichtet. “Wenn es um kurz vor Mitternacht eine Abstimmung im Deutschen Bundestag gibt, fragt niemand, wer in der Zeit die Kinder ins Bett bringt.”

Kündigung nach Kirchenaustritt: EuGH entscheidet über kirchliches Arbeitsrecht

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entscheidet am Dienstag (09.00 Uhr) über eine Frage des kirchlichen Arbeitsrechts. Das deutsche Bundesarbeitsgericht fragte die europäischen Richterinnen und Richter, ob die Caritas einer Mitarbeiterin kündigen darf, weil sie aus der katholischen Kirche austrat. Bei der Beratungsstelle arbeiten auch andere Menschen, die nicht der katholischen Kirche angehören – aber Mitglieder der evangelischen Kirche sind. (Az. C-258/24)Wegen ihres im Grundgesetz verankerten Selbstbestimmungsrechts haben die Kirchen nach deutschem Recht einen großen Spielraum. Das Bundesarbeitsgericht will wissen, ob die Ungleichbehandlung der Mitarbeiterinnen nach EU-Recht gerechtfertigt sein kann. In ihrem Gutachten vertrat die zuständige Generalanwältin am EuGH die Auffassung, dass sich die Kündigung nicht rechtfertigen lasse. Ein Urteil war das aber noch nicht – dieses steht nun an.

Renten steigen zum Juli um 4,24 Prozent – Bessere Lohnentwicklung als erwartet

Ab Sommer gibt es mehr Rente: Zum 1. Juli steigen die Bezüge der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland um 4,24 Prozent, wie Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Donnerstag erklärte. Grund für den höheren Anstieg als zuvor angenommen ist demnach die günstigere Entwicklung der Löhne, an die die Renten gekoppelt sind. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zeigte sich erfreut, dass “in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten” die Kaufkraft der Älteren gestärkt werde.”Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt”, fuhr Bas fort. Mit der Erhöhung liege die Rentenanpassung zum vierten Mal seit fünf Jahren bei über vier Prozent. In Deutschland gibt es gut 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner.”Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben”, erklärte Bas weiter. “Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.”Bas verwies auf das im vergangenen Jahr verabschiedete Rentenpaket, welches das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festschreibt. Laut ihrem Ministerium bedeutet die nun angekündigte Erhöhung für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren einen Anstieg von 77,85 Euro im Monat. Die Erhöhung muss nun noch durch das Bundeskabinett und den Bundesrat, damit sie zum 1. Juli in Kraft treten kann.Maßgeblich für diese Berechnung der Rentenerhöhung ist laut Arbeitsministerium die Lohnentwicklung. Sie basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts und der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten. Daneben spielt auch die Veränderung der Sozialabgaben der Beschäftigten und Rentenbeziehenden eine Rolle. DRV-Präsidentin Gundula Roßbach sprach von einer “guten Nachricht”. Die nun höhere Anpassung sei auf eine letztlich bessere Lohnentwicklung im vergangenen Jahr zurückzuführen – noch im Dezember war mit einem Rentenplus von 3,73 Prozent gerechnet worden. Stabilität sei ein hohes Gut, fuhr sie vor dem Hintergrund der Kopplung an die Löhne fort.Auch die Grünen zeigten sich erfreut, das sei eine “gute Nachricht für die Menschen, die nach einem anstrengenden Arbeitsleben einen Ruhestand in Würde verdient haben”, erklärte der Rentenexperte Armin Grau. Nun gehe es darum, dass die Renten nicht vom Lohnniveau entkoppelt würden und dass das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinke.Auch Roßbach betonte, es sei wichtig, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu stärken und “ihre nachhaltige Finanzierung dauerhaft zu sichern”, erklärte Roßbach. Das Rentensystem in Deutschland steht angesichts der demografischen Entwicklung gehörig unter Druck. Die gesetzliche Rente ergibt sich aus den Beiträgen in die Rentenversicherung und wird massiv vom Staat bezuschusst.Derzeit erarbeitet eine Rentenkommission längerfristige Reformkonzepte zur Stabilisierung des Rentensystems. Dabei geht es um das Grundproblem, dass immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanzieren.Mitte dieses Jahres soll die Kommission ihre Beratungsergebnisse vorlegen. Dazu kursieren bereits Vorschläge und Diskussionsansätze – von der Anpassung des Renteneintrittsalters über die Erhöhung des Beitragszahlerkreises bis hin zur Ausrichtung des Arbeitsmarkts auf mehr Zuwanderung.

Bas: Renten steigen zum 1. Juli um 4,24 Prozent

Die Bezüge der gut 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland sollen zum 1. Juli um 4,24 Prozent steigen. “Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt”, erklärte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Donnerstag. Damit liegt ihrem Ministerium zufolge die Rentenanpassung zum vierten Mal seit fünf Jahren über vier Prozent.”Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben”, erklärte Bas weiter. “Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.”Bas verwies auf das im vergangenen Jahr verabschiedete Rentenpaket, welches das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festschreibt. Laut ihrem Ministerium bedeutet die nun angekündigte Erhöhung für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren einen Anstieg von 77,85 Euro im Monat. Die Erhöhung muss nun noch formal vom Bundeskabinett und Bundesrat gebilligt werden, damit sie am 1. Juli in Kraft treten kann.Maßgeblich für diese Berechnung der Rentenerhöhung ist laut Arbeitsministerium die Lohnentwicklung. Sie basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts und der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten. Daneben spielt auch die Veränderung der Sozialabgaben der Beschäftigten und Rentenbezieher eine Rolle.